Vor- und Nachteile von Trekking-Stöcken

 

Das Laufen mit Trekkingstöcken hat Vor- und Nachteile. Bild Gery Gick

 

Trekkingstöcke gehören heute zum alltäglichen Bild beim Wandern. Trekkingstöcke sind in der Regel eine feine Sache. Sie sorgen bergauf für Vortrieb, entlasten beim Abstieg die Knie und die Gelenke und verhelfen beim Queren von Hängen zu mehr Bodenhaftung und damit zu mehr Sicherheit. Ihr Einsatz setzt aber auch ein grosses Aber.

 

eg. Gehören sie auch zu jenen Wanderern, die bergauf und bergab mit den beliebten Trekking-Stöcken anzutreffen sind? So weit so gut. Aber haben Sie gewusst, dass die Stöcke Vor- und Nachteile haben. Nicht in jedem Fall sind die Effekte der Stöcke gewünscht.

Vor noch nicht allzu langer Zeit rümpften Berggänger beim Anblick der klappernden Gehhilfen noch verächtlich die Nase. Inzwischen weiss die bergsteigende Zunft, dass Stöcke eine Reihe von Vorteilen bieten können. Allen voran steht die deutliche Entlastung der Gelenke und der Wirbelsäule. Gerade beim schnellen Bergabgehen (womöglich noch mit schwerem Rucksack) entlasten Stöcke also die Muskulatur und die Kniegelenke und helfen, gerade in steilem oder unwegsamem Gelände das Gleichgewicht zu halten. Dennoch birgt die übermässige Verwendung von Stöcken auch Nachteile. Und diese betreffen das Gleichgewicht.

Die wichtigsten Vorteile

  • Der Verwendung von Teleskopstöcken kommt auch beim Bergauf gehen eine ermüdungsreduzierende Funktion zu. Arm- und Schultermuskulatur unterstützen und entlasten die Muskulatur der Beine entscheidend.
  • Der gleichmäßige Stockeinsatz führt zu einer entspannenden, ruhigen Atmung, wodurch die Ausdauer beim Wandern erhöht wird. Durch den aufrechten Gang verbessert sich zudem auch die Lungenventilation.
  • Mit Stöcken wird das Gleichgewicht leichter gehalten. Als Balancehilfe erleichtern sie z.B. das Überqueren von Bächen, Felsspalten oder Geröllpassagen.

Die wichtigsten Nachteile

  • Verlernen des "normalen Gehens": "Wer ständig nur mit Teleskopstöcken geht, riskiert, dass wichtige Fähigkeiten wie Koordinationsvermögen und Gleichgewichtssinn verkümmern", warnen Mediziner. Erfahrungen zeigen, dass nach mehrmonatigem Gehen auf vier Beinen das Balancegefühl auf zwei Beinen stark beeinträchtigt wird. Dann macht schon das Gehen über große Blöcke Schwierigkeiten, gar nicht zu reden von den Seiltänzen über scharfe Grate oder schmale Steige. Bei Dauereinsatz "verlernt man normales Gehen", Gleichgewicht und Koordination werden zu wenig trainiert.
  • Auf felsigem Untergrund halten Stockspitzen schlecht, durch Wegrutschen besteht Sturz- und Verletzungsgefahr. Da ist es manchmal besser, für kurze Passagen beide Stöcke in eine Hand zu nehmen und sich mit der freien Hand am Felsen abzustützen.
  • Beim Abstieg über gestuftes Gelände sollte man die Stöcke nicht zu weit vorne einsetzen, den Körper nicht zu weit vorlehnen, da dadurch Sturzgefahr besteht.
  • Nicht außer Acht lassen sollte man die Gefahr, die beim Gehen in der Gruppeentsteht. So sollte man dem Hintermann besondere Aufmerksamkeit widmen, da die Stockspitze des Vordermanns bei steilen Aufstiegen schnell im Auge des Hintermanns landen können.

 

Der Einsatz der Stöcke

In der Ebene wird die Stocklänge so eingestellt, dass die Arme im Stand und auf waagrechtem Untergrund einen Winkel von 90° zwischen Oberarm und Unterarm bilden.
Im ebenerdigen und schwach auf- bzw. abwärts geneigten Gelände entspricht der diagonale Stockeinsatz dem natürlichen Bewegungsmuster des Gehens. Der nach vorn pendelnde Arm führt den Stock parallel zum Körper mit:

Beim Bergaufgehen wendet man den Doppelstockeinsatz an und verkürzt die Stocklänge je nach Steilheit des Terrains, so dass die Arme beim Stockeinsatz nicht überdehnt werden. Tipp: Bei kurzen Steilpassagen fasst man einfach unterhalb des Griffs, ohne den ganzen Stock zu verkürzen. Manche Stöcke sind zu diesem Zweck mit verlängerten Griffzonen ausgestattet:

Beim Bergabgehen wird die Stocklänge je nach Steilheit des Terrains verlängert, sodass die Arme beim Stockeinsatz nicht ausgestreckt sind und das Gleichgewicht optimal gehalten wird. Die Verwendung von Stöcken in sehr steilem Gelände ist Geschmacksache. Wer glaubt, die Hände zum Klettern zu gebrauchen, sollte diese auf keinen Fall durch die Schlaufen der Stöcke stecken (am besten beide Stöcke quer in eine Hand oder so an den Rucksack befestigen, sodass man bei einem Sturz weder sich noch andere damit aufspießt!).

Beim Traversieren parallel zum Hang sollten die Stöcke unterschiedlich eingestellt werden: Der bergseitige Stock ist kürzer, der talseitige länger. Dieser wird dabei am Griff gehalten (Stützfunktion), der bergseitige unterhalb des Griffs. Wechselt die Richtung zum Beispiel bei Serpentinen, werden die Stöcke einfach getauscht. Manche alpinen Lehrer raten, gerade in schwierigerem Gelände die Hände nicht durch die Schlaufen zu stecken, um bei einem Sturz oder einem anderen "unerwarteten Ereignis" die Hände jederzeit sofort frei zu haben.

Seitliche Stützen: Stöcke können bei besonders steilen Querungen auch als Seitstütz verwendet werden: Die Stöcke parallel aufeinander legen und schräg vor dem angewinkelten Körper halten. Die Stockspitzen zeigen dabei schräg hangwärts. Im Falle des Wegrutschens stützt man sich mit den Armen auf die Stöcke bzw. bremst mit ihnen.

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