1600 Kilometer zu Fuß auf Goethes Spuren: Rekord-Wanderin erreichte ihr Ziel

Nach dreimonatigem Marsch durch Tschechien, Deutschland und Österreich traf die 68-jährige Berg- und Naturführerin im süditalienischen Paestum ein.

 

Seit Ende August war sie unterwegs: Auf den Spuren von Johann Wolfgang von Goethe wanderte die italienische Natur- und Bergführerin Vienna Cammarota vom tschechischen Karlsbad bis nach Süditalien. Nun hat sie ihr Ziel erreicht: Nach 1600 Kilometern zu Fuß mit einem zehn Kilo schweren Rucksack auf den Schultern traf die 68-Jährige am Wochenende in ihrem Heimatort Paestum, der Endstatuib der 76 Tage langen Wanderung, ein.

Cammarota ist weltweit die erste Frau, die zu Fuß die berühmte Italien-Reise nachging, die der Dichter 1786 begonnen hatte. Am Sonntag erhielt sie die Schlüssel der wegen ihrer antiken Tempel bekannten Stadt Paestum als Auszeichnung für ihre Leistung.

Bei jedem Wetter folgte Bergführerin den Weg, den Goethe für seine Italienreise ab 3. September 1786 gewählt hatte. Die in Karlsbad begonnene Reise führte sie über Bayern und Innsbruck nach Südtirol, zum Gardasee und bis zu den Abruzzen, wo die Bergführerin einige vom Erdbeben im vergangenen Jahr zerstörte Gemeinden besuchte. In Rom besichtigte sie das Haus, in dem Goethe während seines Aufenthalts in der Ewigen Stadt gewohnt hatte.

Mit ihrer selbst finanzierten Neuauflage der Goethe-Reise verknüpfte die Italienerin mehrere Anliegen. "Ich will vor allem auf die Bedeutung von Europas offenen Grenzen hinweisen", berichtete Cammarota. Zugleich wolle sie für einen langsamen und umweltfreundlichen Tourismus auf der Entdeckung kleiner Ortschaften werben. "Goethe ist ein Vorbild dafür, wie man auf Reisen Erfahrungen sammeln, beobachten und verstehen kann", sagte sie.

Mit ihrer Wanderung will die frühere Finanzbeamtin auch ein Vorbild für Frauen sein. Ihre Botschaft lautet, dass Frauen unabhängig von ihrem Alter alles machen können, wenn sie es wirklich wollen. Cammarota richtete bei ihrer Ankunft in Paestum auch einen Appell an die Jugendlichen. "Ich rufe sie auf, ihre Smartphones und Tablets zur Seite zu legen, die Natur zu bewundern und mit Menschen in Kontakt zu treten", meinte die Frau.

Als Bergführerin lange Wanderungen gewöhnt. Sie hat bereits einen Monat in Nepal und Tibet verbracht und Reisen durch Israel, Patagonien und Madagaskar unternommen. Die 68-Jährige hegt bereits weitere ehrgeizige Projekte. Im kommenden Jahr will sie auf den Spuren Marco Polos die Seidenstraße von Venedig bis China wandern.

Quelle: Salzburger Nachrichten

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