Wandern liegt in Zeiten von Corona im Trend – selbst im nahenden Winter. Doch nicht jeder ist wirklich erfahren im Draußen-Unterwegs-Sein. Tipps, auch für Familien, was sich mitzunehmen lohnt.

 

Ronja Vattes, Badische Zeitung

Wer nur einen kleinen Spaziergang macht, braucht nicht gleich seinen gesamten Hausstand mitzuschleppen. Bei größeren Touren in einsameren Gelände oder auch bei Wanderungen mit Kindern ist ein gut gepackter Rucksack aber Gold wert.


Kleidung und Schuhe:
Festes Schuhwerk: Kommen wir zunächst zum Grundlegenden: Festes, geschlossenes Schuhwerk ist für Erwachsene wie Kinder eine gute Investition. Wer mit gescheiten Schuhen unterwegs ist, läuft weniger Gefahr, sich an dornigen Sträuchern oder kratzigen Felsen zu verletzen und knickt nicht so schnell um. Zudem sind damit auch matschige Wege, plötzliche Regenschauer oder verschneite Etappen gut zu meistern.

Gamaschen: Wer nicht zig verschiedene Schuhe anschaffen will: Wetterfeste Wanderschuhe lassen sich mit dicken Socken und ein paar darüber getragenen Gamaschen wunderbar zu schneetauglichen Winterschuhen umfunktionieren. Der Vorteil: Es fallen weder Steine noch Schneeklumpen in den Schaft.

Zwiebelprinzip: Im Herbst und Winter gilt, am besten im Zwiebelprinzip kleiden, Fleecepulli und Regenjacke leisten gute Dienste; je nach Kälte: Ski- oder Matschhosen oder eine lange Unterhose drunter. Am besten halten immer noch Wollsachen warm. Ein Schlauchschal (von Buff, Head, Pac oder anderen) darf bei uns nie fehlen: Er lässt sich zur Mütze umfunktionieren, als Stirnband tragen, ersetzt in Notfällen auch mal den Mund-Nasen-Schutz oder eignet sich zum Befestigen von Kuscheltieren am Rucksack.

Mein persönlicher Favorit: eine Weste. Im Herbst gerne als Softshellvariante, so schwitzt man nicht so leicht beim Bergaufgehen, ist aber gegen Wind geschützt. Im Winter ist eine wattierte oder Fleeceweste die Extraportion Wärme, die sich aus dem Rucksack zaubern lässt.

Kinder kühlen überhaupt leichter aus als Erwachsene. Deshalb sollte der Anorak auch nicht zu lose sitzen. Besonders wichtig: Nieren und Blase warmhalten. Für jüngere Kinder gibt es wollene (Windel-)Überzieher, die problemlos lange Zeit mitwachsen und hervorragend wärmen. Sie sind in Ökoläden erhältlich.

Hautschutz: Die Haut von Kindern ist dünner und zarter und braucht fettreichen Schutz. Und: Schal, Mütze, Handschuhe.

Handschuhe: Keine Lust auf kalte Finger? Fingerhandschuhe, die so ausgerüstet sind, dass sie auch auf dem Touchscreen des Smartphones funktionieren, sind dann eine gute Investition.

Die Verpflegung: Lieber etwas mehr als weniger – im Winter können ein paar zusätzliche Kalorien nicht schaden, wenn es auf der Strecke überraschend etwas länger dauert. Perfekt: Eine Thermosflasche mit heißem Tee.

Die Technik: Handy, Kamera & Co: Technische Geräte mit Lithium-Akkus mögen keine kalten Temperaturen. Werden sie nicht geschützt, ist der Akku ratzfatz leer. Deshalb wichtige Geräte nah am Körper tragen und in eine gut isolierende Hülle stecken. Die Norweger haben das Problem längst erkannt: Inzwischen gibt es sogar daunengefütterte Schlafsäckchen für Handy und Kamera (z.B. von Thermopoc).

Powerbank: Mit dem Handy unterwegs noch Kartenmaterial runterladen oder Hilfe holen, das funktioniert nicht, wenn der Akku leer ist. Eine gute Powerbank ist zwar echtes Zusatzgewicht, lohnt sich aber, wenn man das Smartphone auch als Kamera oder Navi nutzen will. Auch hier gilt: Powerbank warmhalten. Eine robuste Outdoor-Variante gibt es etwa bei Décathlon.

Die Extras:
Blasenpflaster: Sie sind die Rettung in der Not, wenn der Schuh scheuert und jeder Schritt zur Qual zu werden droht.

Rettungsfolie: Eine dünne Rettungsfolie ist spottbillig und bei uns immer im Rucksack dabei. Schließlich können wir nicht davon ausgehen, dass immer und überall sofort Hilfe kommt, wenn mal etwas passiert. Dann gilt es durchaus, Zeit zu überbrücken. Im Sommer hilft sie, bei Hitze die Sonne abzuschirmen, wenn man sich in einer misslichen Lage befindet. Im Herbst oder Winter kann man sich darin einwickeln, um nicht auszukühlen. Klingt überfürsorglich? Wer mit Kindern unterwegs ist, wird froh sein, sie dabeizuhaben. Flugs ist mal die Hose nass oder ein Kind in ein Bächle geplumpst. Da kann etwas Wärme nicht schaden, bis der andere Elternteil zurück zum Auto gegangen ist oder die Wechselklamotten aus dem Rucksack gepfriemelt sind.

Gaffa-Tape & Kabelbinder: Beides gibt’s in jedem Baumarkt, beides wiegt fast nichts, zusammen sind sie das perfekte Repair-Kit für alle Lebenslagen. Ein Träger am Rucksack ist gerissen? Mit Kabelbinder leicht zu flicken. Mit der Hose am Dornenstrauch hängen geblieben und nun entblößt ein unschöner Riss den Allerwertesten? Mit Gaffa-Tape einfach zukleben. An den altgedienten Lieblingswanderschuhen löst sich mitten im Gebirge die Sohle? Auch da hilft Gaffa-Tape .

Taschenofen & Co: Einen Handwärmer, dessen Flüssigkeit durch Knicken eines Metallplättchens aktiviert wird, Wärme abzugeben, gibt’s in vielen Drogeriemärkten. Richtig Power hat der teils bis zu 12 Stunden lang wärmende Benzin-Taschenofen von Peacock (zu beziehen z.B. via http://www.globetrotter.de

Sitzunterlage: Eine alte Isomatte in Stücke schneiden, schon hat man eine praktische Sitzunterlage, die sich im Rucksack als Verstärkung der Rückenplatte gut verstauen lässt.

Spikes: Wer häufiger und dennoch gefahrlos auf Schnee und Eis unterwegs sein will, der sollte sich die Anschaffung von Schneeketten oder Spikes für die Schuhe überlegen.

Soft Pouch: Auch im Winter gibt es im Wald hübsche Fundstücke, die unbedingt mit nach Hause müssen. Steinchen, Stöckchen, Tannenzapfen wollen irgendwie transportiert werden. Aber Plastiktüten sind pfui. Eine Alternative: Die faltbare Softpouch von Tatonka in unterschiedlichen Größen lässt sich mit dem praktischen Karabinerhaken griffbereit an der Hose oder dem Rucksack befestigen und hat unten eine winzige Öffnung, damit Feuchtigkeit entweichen kann. Eigentlich ist sie eine Tasche für die Trinkflasche, lässt sich aber eben für alles mögliche nutzen.

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